Ypsilanti war schon immer wagemutig. In den frühen Siebzigern setzte sie die Strafe für Marihuana-Besitz auf einen Fünfer fest - in den Achtzigern hob sie den Betrag allerdings auf das Fünffache an. 1979 machte sie einen Muslim zum Stadtrat, was damals noch eine Sensation war. In den frühen Neunzigern setzte sie den Mindestlohn durch. In den späten Neunzigern verbot sie schließlich die Diskriminierung wegen sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Über- oder Untergewicht.
Ganz toll, Ypsilanti. Sie ahnen es vermutlich, lieber Leser, hier meine ich nicht Andrea Ypsilanti, sondern die Universitätsstadt Ypsilanti in Michagan, USA. Wagemutig wäre wohl nicht das richtige Attribut, um Andrea Ypsilanti zu charakterisieren. Aber immerhin: Nach schroffer Absage an die Linken vor und einigem Rumgeeiere nach der Wahl will sie sich nun mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin in Hessen wählen lassen. Das ist doch was.