Es ist ähnlich wie mit der Religion. Wenn man sich auch zum Atheismus durchgerungen und die religiösen Inhalte abgestreift hat, bleibt doch immer noch etwas Struktur im Anzug hängen. Man bleibt Struktur-Katholik oder Struktur-Protestant, auch wenn einem der Kontent längst fremd geworden ist.
Und so sind auch viele Linke Struktur-Stalinisten geblieben, selbst dann, wenn sie – zumindest in der Erinnerung – der Sowjetunion immer schon kritisch gegenüber standen.
Die meisten Struktur-Stalinisten würden diese Anschuldigung weit und empört von sich weisen – und dies auch mit subjektiver Berechtigung. Denn wie im Religiösen ist die obsolete Struktur in aller Regel tief ins Unbewusste eingegraben.
Ein Beispiel: Nachdem Stalin die Psychologie zur reaktionären, bürgerlichen Wissenschaft erklärt hatte, entwickelten selbst jene Linke, die sich als Antistalinisten empfanden, ein gespaltenes Verhältnis zu dieser Disziplin.
Einerseits konnten sie sich natürlich der Erkenntnis nicht verschließen, dass rückschrittliche Geisteshaltungen auch im Seelischen verwurzelt waren. Wer Menschen revolutionär inspirieren wollte, musste an diesen seelischen Verkrustungen kratzen.
Andererseits aber wurde der psychologische Ansatz als individualistisch und beschwichtigend empfunden – und überhaupt: Ein echter Revolutionär hatte keine Zeit für diesen Weiberkram. Und was die immer mit dem Sex hatten.
Heute gibt es kaum noch Stalinisten oder Antistalinisten. Stalin ist Vergangenheit, nur noch von historischem Interesse. Seine Opfer deckt die Erde. Aber der Affekt gegen die Psychologie ist geblieben.
Und das ist verhängnisvoll. Nicht nur in der Werbung, in der politischen Propaganda, in der Unternehmensführung, sondern auch im militärischen und geheimdienstlichen Bereich spielt die Psychologie eine immer wichtigere, eine oftmals entscheidende Rolle.
Der Kalte Krieg war auch ein heißer Krieg um die Seelen. Das Spektrum der Instrumente dieses Krieges reichte von den Folter-Gehirnwäsche-Methoden der CIA und der US-Streitkräfte über den Pawlowismus der sowjetischen Massenmanipulation bis hin zur psychologischen Kriegsführung auf allen heißen und kalten Schlachfeldern des 20. Jahrhunderts.
Die Amerikaner – wie immer Speerspitze des Fortschritt in Sachen Rückschritt – haben die Psychologische Kriegsführung inzwischen zu einer Waffengattung entwickelt, die ebenso bedeutend ist wie das Heer, die Marine oder die Luftwaffe.
Allein unsere Linken können den inneren Zwiespalt nicht von sich tun und ignorieren psychologische Fragestellungen hartnäckig – nach wie vor. Sie kriegen die stalinistische Struktur nicht aus den Klamotten. Sie sind inzwischen zwar mehrheitlich zu einem realistischen Bild Stalins gelangt, aber sie haben dennoch immer noch nicht begriffen, warum er die Psychologie verdammte. Er sah in ihr eine Wissenschaft mit dem Potenzial, seine Methoden der Massenmanipulation zu entlarven.
Die Psychologie kann also ein Instrument der Befreiung und der Versklavung sein – gleichermaßen. Wenn die Kräfte der Repression sie benutzen, um das Bewusstsein der Massen zu enteignen, dann muss die Linke mit ihr die Individuen ermächtigen. Man muss kein Dialektiker sein, um das einzusehen.
Wer das nicht begreift, der laboriert an einer unbewussten stalinistischen Struktur – in einer Zeit, in der stalinistischer Machtstabilisierung in Ermanglung stalinistischer Systeme nun offensichtlich jedwede Rationalität abhanden gekommen ist.
Es gibt sie natürlich immer: Freudo-Marxisten, Reichianer, frankfurtisch geschulte, freudianisch gestimmte Marxologen und Halbmarxisten… jedoch das war ein kleines Häuflein ohne realen Einfluss auf die linke Bewegung.
Der Rest der Linken – zumal in Deutschland – war und ist psychologisch blind.
„Wer Menschen revolutionär inspirieren wollte, musste an diesen seelischen Verkrustungen kratzen.“
Sozialismus heißt das Zauberwort.
Experten zum Thema:
„Nichts ist uns verhaßter als der rechtsstehende nationale Besitzbürgerblock.
Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke… “ – Joseph Goebbels
Und selbst der Immigrant Willy Brandt empfahl seinen Genossen von der Sozialistischen Arbeiterpartei:
„Das sozialistische Element im Nationalsozialismus, im Denken seiner Gefolgsleute, das subjektiv Revolutionäre an der Basis, muß von uns erkannt werden.“
(Alle Zitate mit Quellenangaben nachzulesen auf Seite 22 des neuen Buches von Josef Schüßlburner.)
http://lichtschlag-buchverlag.de/rezension/37
IsraPundit: Hitler and Marx agreed about the Jews
„So all the most condemned features of Nazism can be traced back to Marx and Engels.“
http://israpundit.blogspot.com/2005/01/hitler-and-marx-agreed-about-jews.html